Auf (Nimmer-)Wiedersehen!

BirdLife Österreich informiert über den Vogelzug der Krickente

20.9.2021 - Pressemitteilung BirdLife Österreich

Weltweit sind es etwa 50 Milliarden Zugvögel, die zwischen ihren Brutgebieten und den Winterquartieren unterwegs sind. Eine halbe Milliarde Vögel zieht im Herbst über Österreich. Nur rund ein Drittel der Vögel wird diese Reise überleben. Überlagert vom Durchzug nördlicher Populationen, ziehen zurzeit auch unsere heimischen Zugvögel ab - mit ihnen rund 75 Krickenten-Brutpaare. Veränderte und fehlende Habitate für Brut, Nahrung und Rast setzen Europas kleinster Ente deutlich zu. Ob wir sie kommendes Jahr bei uns wiedersehen?!

Die Krickente (Anas crecca) ist eine der 220 regelmäßig in Österreich brütenden Vogelarten und gehört zu jenen zwei Drittel, die Zugvögel sind und in der kalten Jahreszeit von den heimischen Brutgebieten in die Wintergebiete im Mittelmeerraum wechseln. Sie brütet in Österreich nur noch sehr lokal in Auwäldern, Nieder- und Hochmooren sowie in Teichgebieten. Die ehemals als österreichische Verbreitungsschwerpunkte geltenden Brutvorkommen auf der Böhmischen Masse (Waldviertel) sind aktuell weitgehend verschwunden. „Mit ihren rund 75 Brutpaaren in Österreich ist die Krickente stark schutzbedürftig und laut Ampelliste auf ROT geschalten“, meldet Gábor Wichmann, Geschäftsführer der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich. Derzeitige Beobachtungen gehen von einer negativen Bestandsentwicklung von rund 30 Prozent aus. „Das bedeutet, dass seit 1990 rund ein Drittel unserer brütenden Krickenten verschwunden ist“, so der Ornithologe.

 

Krickenten auf Rast- und Mauserplätze angewiesen
Neben unseren Brutvögeln sind auch weiter nördlich heimische Krickenten auf nahrungsreiche Rast- und Mausergebiete angewiesen, die sie bis vor kurzem auch in Österreich vorfanden. Der unmittelbar drohende Verlust eines der wichtigsten mitteleuropäischen Binnenrastplätze, der Sodalacken im burgenländischen Seewinkel, könnte daher zentrale Bedeutung für den weiteren Fortbestand der Brutpopulationen haben. Jahrzehntelange Entwässerungen und Drainagierungen sowie zuletzt stark steigende Grundwasserentnahmen durch eine Umstellung der Landwirtschaft hin zu bewässerungsintensiven Kulturen wie etwa Kartoffeln führen im Seewinkel zum berüchtigten Lackensterben. „Vier von fünf Lacken im Seewinkel sind innerhalb der letzten 150 Jahre komplett verlandet und damit endgültig verschwunden“, warnt Wichmann: „Noch vor wenigen Jahren konnten wir dort bis zu 20.000 Krickenten beim Rasten und bei der Mauser zählen, jetzt sind es zumindest um eine Zehnerpotenz weniger, die sich auf den ein bis zwei verbliebenen Gewässern zusammendrängen!“

 

Weitere Gefährdungen während des Vogelzugs
Neben den schwerwiegenden Lebensraumverlusten dezimieren weitere Ursachen den Bestand der Krickente: Die legale und illegale Bejagung während des Vogelzugs kostet alljährlich geschätzten 25 Millionen Zugvögeln auf vielen Mittelmeerinseln und Küstenregionen das Leben. Als wäre die Reise in den Süden nicht kräftezehrend und gefährlich genug, verschlechtert der Klimawandel die Lebensbedingungen für die Krickente und viele andere in gemäßigten Breiten vorkommende Vogelarten der Feuchtgebiete. Mit einem weiträumigen Verschwinden in West- und Mitteleuropa - und damit auch in Österreich - bis zum Ende des 21. Jahrhunderts ist leider zu rechnen, so BirdLife. „Der Wasserhaushalt von Feuchtgebieten muss sowohl in Österreich als auch über unsere Grenzen hinaus erhalten oder wiederhergestellt werden!“, fordert Gábor Wichmann, „Sonst werden nicht nur unsere 75 Krickentenpaare bis Mitte des 21. Jahrhunderts verschwunden sein!“

 

Details zum österreichischen Verbreitungsgebiet
Aktuell bekannte Vorkommen liegen im oberösterreichischen Zentralraum, im Inn- und Salzachtal sowie angrenzend in den Mooren des oberösterreichisch-salzburgischen Alpenvorlandes, im steirischen Ennstal und isoliert da und dort an geeigneten Gewässern der montanen Zone in rand- und inneralpinen Lagen. Aktuelle Bestandsschätzungen gehen in Salzburg und Oberösterreich von jeweils zehn bis 15 und in der Steiermark von 20 bis 30 Brutpaaren aus, mit (unsicheren) 15 bis 25 in Niederösterreich und einzelnen Brutpaaren in den übrigen Bundesländern.

 

Rückfragehinweis:

Dr. Susanne Schreiner, Pressesprecherin BirdLife Österreich
Mobil: +43 (0) 699 181 555 65
susanne.schreiner@birdlife.at
www.birdlife.at
Foto: ©M-Dvorak

 

ÜBER 80.000 UNTERSCHRIFTEN FÜR BESSERE BEDINGUNGEN FÜR FIAKERPFERDE

VIER PFOTEN bei Stadtrat Czernohorszky

8.9.2021 - Pressemitteilung Vier Pfoten

Über 80.000 Unterschriften hat VIER PFOTEN mit einer Petition für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für Fiakerpferde in Wien in den letzten Jahren gesammelt. Mitarbeiterinnen der Tierschutzorganisation haben sie gestern Abend an den für Tierschutz zuständigen Stadtrat Jürgen Czernohorszky symbolisch übergeben. Das wichtigste Anliegen von VIER PFOTEN ist es, Fiakerfahrten aus der Innenstadt zu verbannen und ausschließlich in Grünanlagen zu gestatten.

„Über 80.000 Unterschriften sind ein beeindruckendes Signal und ein echter Erfolg für unsere Kampagne! Wir hoffen, dass die Stadt Wien nun endlich reagiert. Die Wiener Innenstadt ist keine geeignete Umgebung für Pferde, die äußerst sensible Fluchttiere sind. Dieser Meinung sind immer mehr Österreicherinnen und Österreicher. Es ist eine Schande, dass eine Weltstadt noch immer auf Traditionen setzt, die auf dem Rücken der Tiere ausgetragen werden.“ - VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck

Immer wieder passieren schwere Unfälle mit Fiakern auf Wiens Straßen, bei denen Tier und Mensch zu Schaden kommen. Die Liste der Gefahren und Stressfaktoren für Pferde ist lang: Lärm, hektischer Innenstadtverkehr, harter, aufgeheizter Asphalt und mangelnder Zugang zu Heu sind ohnehin tägliche Zumutungen für die Tiere. Weissenböck: „Im Regierungsübereinkommen von SPÖ und NEOS steht klar, dass Alternativen für Fiaker geprüft werden sollen. Diesem Versprechen muss die selbsternannte Fortschrittskoalition der Stadtregierung jetzt auch Taten folgen lassen. Sisis Zeiten sind schließlich schon lange vorbei. Andere Städte wie Rom und Berlin haben die Fiaker bereits aus der Innenstadt in die Grünanlagen verlegt, Montreal und Barcelona haben sie sogar komplett verboten.“

Störche läuten den herbstlichen Vogelzug ein

BirdLife Österreich vermeldet erfolgreiche Brutsaison und den Abzug nach Süden

Wien, 25.8.2021 – Die heurige Brutsaison der Weißstörche (Ciconia ciconia) ist nach einer ersten Zwischenbilanz gut verlaufen, meldet die Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich pünktlich zum Abzug der langbeinigen Vögel in die Winterquartiere im südlichen Afrika. Das langanhaltende Schlechtwetter bis Ende Mai dürfte demnach zu keinen überregionalen Ausfällen geführt haben. Jedes Storchenpaar brachte durchschnittlich 2,17 Jungvögel pro Horst durch, damit ist der Bruterfolg etwas höher als im Vorjahr (2,07).

In Österreich brüten insgesamt etwa 380 Weißstorchpaare, die meisten davon im Burgenland (etwa 120 Paare), gefolgt von der Steiermark (etwa 100 Paare), NÖ (etwa 85 Paare) und Vorarlberg (etwa 60 Paare). Bei den jährlichen Horstkontrollen konnten in 179 niederösterreichischen und burgenländischen Horsten insgesamt 389 Jungvögel gezählt werden. In den March-Thaya-Auen wurden nach den Kontrollen des Vereins Auring von den Storcheneltern mit 2,4 Jungvögeln pro Horst überdurchschnittlich viele Jungstörche flügge, im Waldviertel (1,5) und im Mittelburgenland (1,9) beobachteten die Mitarbeiter von BirdLife durchschnittlich weniger Jungvögel.

Socke sagt "Danke" der Wildvogelhilfe Burgenland Nord

Im Glauben ein hilfloses Rabenbaby gefunden zu haben, wurde der Schützling gleich mal nach dem frechen Bilderbuchraben "Socke" benannt. Bei Renate Steiner von der Wildvogelhilfe Nordburgenland in St. Margarethen stellte sich heraus, dass es sich um eine ca. 5-6 Tage alte Türkentaube handelt. Die Kleine lag auf einem Spazierweg wo viele Hunde gehen, direkt in der Sonne und das Nest so weit oben, dass es unmöglich war, sie zurückzusetzen. Bei Renate hat sie es gut, ist gleich mal unter ihre Hand gekrochen. Ein herzliches Danke an die Vogelliebhaberin, die sie nun mit der Sonde aufziehen und später auswildern wird. So ein großes Herz (und Kompetenz) für kleine Wildvögel, großartig! Den Namen Socke haben wir aber trotzdem beibehalten :-)

Wer die Wildvogelhilfe unterstützen möchte kann sich auf deren FB Seite informieren:
https://www.facebook.com/search/top/?q=wildvogelhilfe%20renate%20steiner